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Wer vom Süden (Seeweg) kommt, kann mit den alten Israeliten sagen: "Lasst uns hinaufziehen zum Hause des Herrn. Vergleichbar mit "Dormitio" in Jerusalem bildet das Kirchenzelt die Spitze des Berges, weithin sichtbar für alle, die sich dem Hexenbruch nähern.
Der Kirchplatz
Der Kirchplatz ist im Osten von der Kirche mit der angebauten Kapelle (unter der Kirche der Pfarrsaal), im Süden vom Kindergarten und Jugendheim, im Westen der "roten Mauer" mit Pergola und im Norden vom Pfarrhaus mit Pfarrbüro umrahmt.
Der Glockenturm
Er ist 24m hoch und als Durchgang zur Kirche gestaltet . Er erhebt sich wie zwei gefaltete Hände, welche die Vorübergehenden an das Beten erinnern. Die Spitze des Turmes zeigt uns das Kreuz als Zeichen der Hoffnung auf Christus – Symbol der Erlösung und dass wir als Gemeinde und als Christen im Zeichen des Kreuzes unseren Weg gehen.
In der Glockenkammer hängen drei Glocken (gegossen von der Firma Perner, Passau). Die Glocken laden ein zum Gebet und Gottesdienst und erklingen zum Lob Gottes.
Die größte Glocke (ca. 750 kg) trägt die Aufschrift "Laudate Dominum omnes gentes" (Lobet den Herrn alle Völker) und ist dem heiligen Norbert, dem Patron der Pfarrgemeinde geweiht.
Die mittlere Glocke (ca. 450 kg), der Gottesmutter Maria geweiht und mit der Inschrift "Ave Maria gratia plena" (Gegrüßet seist du Maria) lädt zum Gebet ein.
Die kleinste Glocke (ca. 350 kg) trägt die Aufschrift "Christus ressurexit a mortuis" (Christus ist auferstanden von den Toten). Sie erinnert an unsere Vergänglichkeit und hält das Gedenken an unsere Toten wach.
Die Kirche
Sie hat die Form eines Zeltes: das Zelt Gottes
unter den Menschen. Sie sagt uns: Gott ist bei uns, er lebt mitten unter uns.
Gleichzeitig weist die Form des Zeltes darauf hin, dass wir hier nur eine
vorläufige Wohnung haben: wir sind unterwegs zu Gott als pilgernde Menschen –
als Volk Gottes.
Die Türen wurden geschaffen von H. Arnold aus Ingolstadt.
Die erste Türe (vom Turm aus gesehen) erinnert an das Wort Jesu:
"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem
ich bleibe, der hat das ewige Leben." Christus ist dargestellt als
Weinstock – wir als Volk Gottes oder als Einzelne finden uns wieder in einem
Bild von mehreren Menschen, die mit Christus verbunden sind.
Auf der zweiten Türe finden wir das Bibelwort: "Ich bin das Brot
des Lebens. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit." Christus
schenkt sich uns im Brot – eine Hand streckt sich entgegen zum Empfang: unsere
Hand. Ein kleiner Pfau – Symbol für das Leben, ein sterbender Feigenbaum –
Symbol für den Tod, wenn wir mit Christus keine Gemeinschaft haben. Ein
Ährenfeld am unteren Rand steht für die Schriftstelle: "Das Weizenkorn,
das in die Erde fällt und stirbt, bringt hundertfache Frucht." – Wir
sollen Frucht bringen, wenn wir zu Jesus gehören wollen.
Die Bilder beider Türen weisen hin auf die Eucharistiefeier des
neutestamentlichen Gottesvolkes. Brot und Wein sind die Gaben dieser Feier zum
Heil der Menschen, in der wir immer wieder "seinen Tod und seine
Auferstehung feiern", damit wir als Christen immer wieder den Mut haben,
täglich aufzustehen für die Gerechtigkeit Gottes in unserer Welt.
Die dritte Türe ziert ein Motiv aus dem Alten Testament. Moses kniet -
sein Gesicht verhüllend, seine Sandalen ausgezogen - vor dem brennenden
Dornbusch. Die Anwesenheit Gottes wird deutlich durch das "Auge
Gottes", das Dreieck. Die Hand, die aus dem Dornbusch herausragt will
sagen, dass Gott dem Mose einen Auftrag erteilt: "Führe mein Volk in das
Land, das ich dir zeigen werde!" Auch wir sollen die Stimme Gottes hören,
die uns – wie Moses – sagt: "Der Boden auf dem du stehst ist heiliger
Boden."
Dieses Motiv will ein zweifaches ausdrücken: Der Seelsorger der Gemeinde soll
sich bewusst sein, dass er Gottes Volk führt, nicht sein eigenes und er führt
es nach Gottes Willen dorthin, wo Gott es haben will, nicht er.
Die Besucher der Kirche sollen daran denken, dass sie ein Gotteshaus betreten und nicht eine Turnhalle oder einen Konzertsaal. Sie sollen sich im Haus Gottes des heiligen Ortes bewusst sein, an dem sie sich befinden und auch in ihrer Haltung zum Ausdruck bringen.
Der Bildhauer Paul Brandenburg
Der Grundstein, das Wappen des Bischofs, sowie im
Inneren der Kirche der Altar, die Tabernakelstele, der Ambo, die Priestersitze,
sowie der Taufstein sind aus Kirchheimer Muschelkalk (Blauband = sehr tiefe
Lage, dadurch ein fester und etwas grau gefärbter Stein) von Paul Brandenburg,
Berlin (Atelier in Kirchheim) geschaffen worden. Es fällt auf, wie der
Bildhauer mit seinen Reliefs tief in den Stein eindringt und ihn so von neuem
lebendig werden lässt und ihm seine Schwere nimmt.
Die Kirche von innen
Wir betreten nun die Kirche durch den niedrig gehaltenen Eingang. "Humiliate capita vestra deo - verneigt euer Haupt in Demut vor Gott!" - jetzt stehen wir im Inneren des Gotteszeltes unter der ersten, niedrigen Halbschale. Wir können nun den Raum auf uns wirken lassen. Das Material - Decke Fichtenholz, Bänke Kiefernholz, Sichtmauerwerk mit den naturfarbenen Klinkern, der Fußboden mit den in der Farbe angeglichenen Kachelfließen, der Muschelkalk im Altarbereich sowie die bunten Glasfenster in der Taufkapelle und hinter dem Tabernakel - schaffen Atmosphäre, Ruhe, Wärme und Geborgenheit.
Das Licht flutet - ohne dass man zunächst die Lichtquelle sieht - von oben in den Altarraum und erhellt die ganze Kirche ausreichend. Das Lichtband (= Fenster), das sich um den ganzen Kirchenraum zieht verteilt das natürliche Licht von außen gleichmäßig im Raum.
"Das Zelt" ruht auf zwölf Pfeilern und wird von zwölf
Holzleimbindern getragen. Wir dürfen das als einen Hinweis auf die zwölf
Stämme Israels und auf die zwölf Apostel ansehen, auf die Christus seine
Kirche gebaut hat. Die kleinen Kreuze - an jedem Pfeiler eines - unterstreichen
noch diese Bedeutung.
Drei Bankblöcke (400 Sitzplätze) laden die Gemeinde ein, sich um den Altar zu
versammeln, um mit Christus Mahl zu halten. Der Boden fällt nach vorne etwa um
30 cm ab, so dass auch kleinere Leute von weiter hinten noch eine gute Sicht zum
Altar haben können.
Der Altarraum, ist eine Komposition von Altar, Kreuz, Predigtpult, Priestersitz,
Tabernakel und Kredenzstein für die Gaben zur heiligen Feier.
Die Madonna mit
dem Kind und das Buntglasfenster rahmen diesen Raum ein, so dass er zu einer
"Bühne" wird, auf der die Liturgie gefeiert wird.
Die vielen kleinen Kreuze, die in der Mauer, die den Raum begrenzt, eingebracht
sind, lassen uns ahnen, dass jede Beterin und jeder Beter sein "Kreuz"
mitbringt; sie werden alle zusammengeführt in dem einen Kreuz, das Christus
getragen hat. So trägt er weiter mit uns und wir mit ihm. (Mauerwerk im
Kreuzverbund)
Der Kreuzweg
Die Beichtstühle
Zwei Beichtstühle säumen rechts und links den Doppeleingang. Sie sind als
Beichtstuhl, aber auch als kleine Sprechzimmer eingerichtet.
Die Taufkapelle
Der Taufstein steht in der Achse zum Altar. Durch die Taufe werden wir Mitglieder der Gemeinde Jesu Christi, Kinder Gottes. Der Taufstein ist wie ein Brunnen aufgestellt. Er wird mit einem Bronzedeckel verschlossen. An den vier Ecken quillt in Stein gehauen kraftvoll "ein Strom des Lebens" (vergleiche: die vier Ströme des Paradieses) herab und möchte sich auch noch auf dem Boden weiter ergießen. Christus selbst ist mit diesem Wasser zu vergleichen; während das Wasser unseren Körper vom Schmutz reinigt, so "reinigt er unseren seelischen Körper". Deutlich soll werden: Gott ist die Quelle allen Lebens.
Die Glasfenster zeigen rechts wie Johannes Jesus am Jordan tauft. Er tauft nur mit Wasser und predigt die Buße. Christus aber tauft mit dem Feuer des Heiligen Geistes. Auf dem linken Bild ist das erste Pfingstfest dargestellt. Der Heilige Geist kommt in Gestalt von Feuerzungen als Kraft von oben auf die Apostel herab. In ihrer Mitte steht Maria. Taufe und Firmung werden so zusammengesehen und verstanden. In der Mitte schwebt der Geist Gottes in Gestalt einer Taube über den Wassern. Er soll die Gemeinde lebendig erhalten und zusammenführen.
Die Kapelle ("Werktagskirche")
Die kleine Kirche rechts vom Eingang bietet Platz für circa 70 Besucher und in ihr werden unter der Woche Andachten und die Eucharistie gefeiert. Aber auch für die Feier von Kindergottesdiensten und anderen liturgischen Feiern ist sie gut geeignet. Die Möbel stammen noch aus der Gründungszeit von St. Norbert.
Die schmerzhafte Muttergottes lädt ein zur Besinnung, der heilige Antonius mahnt, die Armen nicht zu vergessen. Das Glasfenster um den Tabernakel zeigt, wie sich die Liebe Gottes und seine Gnade verteilt.